Würdest du Welpen ertränken?

Im Forum der WWF-Jugend berichtet [] eine Benutzerin von einem Welpen, der nur knapp vor dem Ertrinken gerettet werden konnte. Die Personen, welche die Verantwortung für den jungen Hund trugen, hätten ihn an einen beschwerten Beutel gebunden in ein Gewässer geworfen. Die Kommentare reichen von „nur zum Heulen“ über „unfassbar, abartig!“ bis „man sollte den Menschen, die sowas machen, auch mal einen Haufen Backsteine an den Hals hängen und irgendwo ertrinken lassen“.

Davon abgesehen, dass entsprechend junge Internetnutzer unverschuldet schlecht darüber informiert sind, was die „Erzeugung“ von Milch und Eiern für Jungbullen und männliche Küken [] bedeutet, fällt auf, dass ein gewisses Gefühl für moralisch gute oder schlechte Handlungen vorhanden zu sein scheint, auch ohne Tierrechtshintergrund oder Philosophiestudium. Die letzte Erkenntnis lautet nämlich „zwar ist es schon schrecklich aber wenn wir mit dem besitzer das gleiche tun sind wir nicht besser“.

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Kleiner Sieg, keine Wirkung

In Berlin pflegt ein sibirisches Restaurant Gerichte mit Bärenfleischanteil zu servieren. Das Muskelgewebe stammt von estländischen Braunbären, die in ihrer Heimat – gemäß den Gesetzen, welche sich die Menschen dort gegeben haben – gejagt und getötet werden dürfen, weswegen das zuständige Bezirksamt auch keine Einwände gegen den Verkauf der Leichenteile vorbrachte.

Die B.Z. berichtet [] nun von der kurzfristigen Einstellung des Angebots. Sogenannte Tierschützer, allen voran Grünen-Tierschutzexpertin Claudia Hämmerling, nahmen Anstoß daran, dass Gewebe von eben dieser Tierart und nicht von einer anderen auf der Speisekarte des Restaurants „Bogus“ in Prenzlauer Berg zu finden ist. In Deutschland stehen Braunbären unter Schutz, sie zu töten ist strafbar und sie zu essen demnach scheinbar unmoralisch.

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Hunde weg vom Rattengift!

Auf Webseiten wie Giftköder-Alarm.de [] werden beinahe täglich neue Meldungen über von Unbekannten ausgelegte Köder veröffentlicht. Dabei handelt es sich zum Beispiel um mit „Rattengift“ versehene „Lebensmittel“ wie „Hackbällchen“ oder „Leberwurst“, die allem Anschein nach von Menschen in der Absicht ausgelegt werden, willkürlich einen Hund oder eine Katze zu töten.

Was zu erwähnen sich eigentlich erübrigt: Das absichtliche Töten eines Hundes (oder einer Katze) gilt in Westeuropa als unmoralisch (es sei denn, der entsprechende „Halter“ wünscht die Tötung). Das heißt, es besteht innerhalb unserer Kultur darüber überwiegend Konsens, dass es schlichtweg falsch ist, das Recht eines Hundes auf Leben und Unversehrtheit zu verletzen, wenn das Motiv „Boshaftigkeit“ oder „Vergnügen“ (etwa am Geschmack seines Muskelgewebes) lautet.

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Schüsse hier, Schüsse dort

Wieder einmal wurde ein Fall [] bekannt, bei dem ein Unbekannter mit einem Luftgewehr auf ein „Heimtier“ – in diesem Fall eine Katze – geschossen hat, welches die Attacke tragischerweise nicht überlebte. Ein solches Verhalten ist zweifellos nicht tragbar und wird entsprechend strafrechtlich verfolgt.

Ich stelle jedoch die Denkweise einer Kultur in Frage, nach der die vorsätzliche Verletzung eines empfindungsfähigen Lebewesens nur dann gegen ein Gesetz verstößt, wenn es sich dabei um ein Tier handelt, welches wir zuvor willkürlich als „Heimtier“ eingestuft haben.

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Wozu sind Kaninchen gut?

Hasen und insbesondere Kaninchen nehmen innerhalb unseres Kulturkreises eine Sonderstellung ein: Wir schätzen sie als „Heimtiere“ und als „Fleischlieferanten“ gleichzeitig. Generell scheint es so, als hätten wir uns sehr genau festgelegt, was das Essen der Körper anderer Tiere betrifft. Nach den Standards, mit denen wir aufgewachsen sind, besteht ein moralisch bedeutsamer Unterschied zwischen dem Töten und Essen eines Hundes (einer Katze, eines Hamsters) und dem Töten und Essen einer Kuh (eines Schweins, eines Huhns). Während die Tiere der einen Gruppe uns als Freunde und Gefährten dienen, bringen wir die Individuen der anderen Gruppe auf die Welt, um sie umzubringen und zu essen.

Nur bei den Kaninchen kommt Verwirrung auf: Sind sie da, um von uns sportsmännisch erschossen zu werden, um von uns gehegt und gehätschelt, gezüchtet und zur Schau gestellt, oder doch, um als wohlschmeckendes Stück Leiche unsere Gaumen zu verwöhnen? Sind sie unsere Lieblinge oder unsere Beute? Oder sind sie in Wirklichkeit Personen und keine zu verwendenden Objekte, existieren sie etwa gar nicht für uns Menschen, sondern für sich selbst?

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