Doppelstandards für alle!

Soviel vorweg: Tierquälerei ist nicht gleich Tierquälerei.

In fact, if one person is unkind to an animal it is considered to be cruelty, but where a lot of people are unkind to animals, especially in the name of commerce, the cruelty is condoned and, once large sums of money are at stake, will be defended to the last by otherwise intelligent people.
– Ruth Harrison

In der Tat, wenn eine Person grausam zu einem Tier ist, wird das als Misshandlung aufgefasst, aber dort, wo viele Menschen grausam zu Tieren sind, ganz besonders in der Geschäftswelt, wird die Misshandlung geduldet, und, sobald große Summen Geld auf dem Spiel stehen, bis zum Letzten verteidigt von ansonsten intelligenten Leuten.

Einen Moment mal! Ich glaube immer noch an alles Gute und Gerechte im Menschen. Es würde nicht ohne Weiteres geduldet, wenn ein fieser Geschäftemacher einhunderttausend wunderschöne Pinguinfrauen in eine dunkle Halle sperren und ihnen ständig die frisch gelegten Eier klauen würde, aus denen doch eigentlich die kleinen Pinguinbabies schlüpfen sollten, auf dass die glückliche Familie komplett sei. Noch einen Moment mal! Die Pinguinmänner hat der Typ ermorden lassen, als sie einen Tag alt waren? Und die eingesperrten Pinguinfrauen will er nach einem Jahr auch ans Messer liefern? So weit kommt’s noch, wir lieben Pinguine, soll er doch Hühner dafür nehmen, die legen schließlich auch Eier.

Auch glaube ich nicht, dass eine Hundefarm in der Nachbarschaft lange geduldet würde. Zu viele Hundebesitzer, Hundekenner, Hundefreunde, welche die Unmenschlichkeit einer solchen Einrichtung sehr schnell – und völlig zu Recht – anprangern würden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Hunde dort ihrer Haut oder ihres Fleisches wegen gefangengehalten würden (womöglich hätten es diese Perverslinge auf beides abgesehen). Unterschriftenlisten, Bürgerinitiativen, vom Tierschutzverein organisierte und entschlossen besuchte Kundgebungen. Nicht mit uns. Hunde sind doch keine Schweine!

Diesen Punkt scheinen auch die fernöstlichen Freunde des Leichenschmauses allmählich zu verinnerlichen. Das Hundefleischverbot steht vor der Tür, die Bevölkerung wendet sich endlich fast vollständig den Tieren zu, die problemlos zur menschlichen Ernährung verwendet werden können: Geflügel, Schweine und Rinder. Hin und wieder mal ein Exote ist erlaubt, und wer tatsächlich einmal Hund oder Katze probieren möchte, gibt seine Standards eben vorübergehend an der Garderobe ab.

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2 Kommentare

  1. Das “Hunde-und-Katzenfleisch”-Verbot in China scheint ohnehin wesentlich andere als ethische Ursachen zu haben. Zum einen ist es eine weitere Annährung an den Westen, aber vor allem ein wirtschaftlicher Faktor. Katzen und Hunde sind nicht so hoch gezüchtet wie Schweine und Rinder, d.h. es ist ineffektiver über sie “Fleisch” herzustellen. Da sicher auch die chinesische Regierung ihr Volk mit “Fleisch” versorgen will, muß auf massentierhaltungsfähige Spezies umgestellt werden. Um deren Nachfrage anzukurbeln wird der “Fleischkonkurrent” Hund/Katze wirtschaftlich ausgeschaltet (von den positiven politischen Nebenwirkungen abgesehen).
    Also mal wieder ein Fall von ökonomischer Effizienzsteigerung durch Tierschutz. (Aber was will man auch sonst erwarten?)

    • Ja, da ist wohl was dran, danke für die Anmerkungen.

      Wer den Ersatz von Hunde- durch Schweine„fleisch“ ethisch begründen möchte, manövriert sich sowieso unweigerlich in eine Sackgasse, selbst wenn für Europäer ansonsten Schweine„fleisch“ automatisch als richtig und sozial akzeptabel und Hunde„fleisch“ automatisch als falsch und pervers gilt.

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